Die Taufe

Muslime waschen sich vor  dem Gebet, Juden vor dem Essen,  Hindus im Ganges. Warum waschen sich Christen nicht rituell? Sind sie wasserscheu?

Auch Jesus machte sich die Füße nicht nass. Er ging über das Wasser.

Christen waschen sich eigentlich nur einmalig  rituell und zwar in der Taufe.

Wasser kann nicht nur ein Segen, sondern auch eine Bedrohung sein. Wenn wir Christen mit Wasser taufen, drückt dieser Ritus etwas von  der elementaren Bedeutung der  Taufe für unser Leben aus. Hier begegnen sich Leben und Tod.

Die Symbolik des Wassers ist bei der Taufe nicht primär durch  die Bedrohung und Gefahr bestimmt, sondern vielmehr durch zwei andere Aspekte: Wasser symbolisiert erstens Reinigung und Abwaschen von Verschmutzung und Unreinheit. Im Orient und in allen Ländern, die unter Trockenheit leiden, symbolisiert Wasser zweitens das Aufwachsen und Gedeihen von Leben.

Wasser steht also für Reinigung, Leben und Geist. Wir sind gereinigt von  all dem, was uns aus eigener oder fremder Schuld verunreinigt und belastet. Durch Gottes Barmherzigkeit und Vergebung sind  wir abgewaschen und befreit. Wir dürfen als Gott Zugehörige teilhaben an seinem Leben. Wir dürfen aufleben, uns entfalten und Frucht bringen wie durstige Pflanzen, die Wasser empfangen haben und am Wasser verwurzelt sind.

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