Die Schöpfungsberichte
Schon in den beiden Schöpfungsberichten der Bibel im Buch Genesis spielt Wasser eine wichtige Rolle. Im ersten Schöpfungsbericht lesen wir: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“ (Genesis 1, 1-2)
Nach dieser Schöpfungsgeschichte gilt das Wasser nicht als geschaffen, es liegt der Schöpfung vielmehr in Gestalt des Meeres als „Materia Prima“ (Urstoff) bereits zugrunde.
Im zweiten Schöpfungsbericht heißt es dagegen: „Dies ist die Geschichte von Himmel und Erde, da sie geschaffen wurden. Es war zu der Zeit, da Gott der Herr Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der Herr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute…..Und es geht aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilt sich von da in vier Hauptarme.“ (Genesis 2, 4-6 u.10)
Im zweiten Schöpfungsbericht steht die große Dürre und Trockenheit am Anfang. Erst als Gott einen großen Fluss mit 4 Hauptarmen schuf, wurde der Garten in Eden bewässert, damit Menschen, Tiere und Pflanzen zu trinken hatten.
Beiden Berichten ist jedoch gemeinsam: „Ohne Wasser kein Leben.“ Diese fast banale Aussage bekommt neue Brisanz angesichts der vielfältigen Gefährdungen, denen das Lebenselement Wasser heute ausgesetzt ist. Man müsste den Satz umkehren, um die Dringlichkeit des Nachdenkens über Wasser zu betonen: „Kein Leben ohne Wasser.“
Wasser ist heute allerdings nicht nur zu einem bedrohten, sondern auch zu einem knappen Gut geworden. Weltweit hat jeder dritte Mensch keinen Zugang zu sauberem und ausreichendem Trinkwasser. In vielen Ländern spitzen sich gewalttätige Konflikte um Wasser zu. Es ist zu erwarten, dass die Kriege der Zukunft vor allem um Wasser geführt werden. Wasser, das doch Leben für alle garantieren sollte!
